21. November 2005

Grünes und blaues Pressglas von Hoffmann und Schlevogt aus Gablonz

Abgelegt unter Das besondere Objekt — Dr.Gradel @ 13:02

Gablonz

Glas des Art déco:
Grünes und blaues Pressglas von Hoffmann und Schlevogt aus Gablonz

In der umfangreichen Glasabteilung von Kunstmaxx befindet sich eine bedeutende Sammlung an Art-déco-Glas aus Gablonz, bekannt auch als Malachit bzw. Lapislazuliglas.
In der für seien Schmuck- und Glasproduktion bekannten Stadt Gablonz an der Neiße, früher Böhmen, jetzt zu Tschechien gehörend, existierten im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts unzählige Glas- und Glasveredelungsbetriebe. Zwei davon, die Firmen Heinrich Hoffmann und Curt Schlevogt, sind noch heute besonders bekannt. Beide Betriebe orientierten sich stark an zeitgleichen französischen Entwürfen insbesondere von Lalique.

Ihre Flakons, Vasen, Likörservice und anderen Gebrauchsgegenstände sind meist durch opakes, grünes, seltener blaues Pressglas charakterisiert, sogenanntes Malachit- bzw. Lapislazuliglas, dessen Oberfläche mattiert und partiell poliert wurde. Die interessante Fertigungsperiode war zwischen ca. 1927 und 1939. Ende der 20er Jahre wurde diese Art in der Firma Hoffmann entwickelt, und zwar von Henry Schlevogt. Die Modelle haben einen kleinen Schmetterling als Firmensignet, der in der Form mitgegossen wurde. 1930 machte sich Henry Schlevogt im väterlichen Betrieb Curt Schlevogt selbstständig und führte die Jade- und Lapis-Glasproduktion nun in eigener Regie fort. Der bekannteste und am häufigsten anzutreffende Entwurf ist die kleine Vase mit Frauenreigen (H ca. 12 cm): sechs Frauen beim Pflücken von Weintrauben, nach einem Entwurf von Frantisek Pazourek. Zwischen 1934 und 1939 wurde die berühmte Ingrid-Serie hergestellt, benannt nach seiner einzigen Tochter. Die Stücke sind durch ein Klebeetikett mit der Aufschrift Ingrid gekennzeichnet.
Für den Sammler ist eine gewisse Vorsicht geboten, denn nur die Stücke der Fertigungsperiode vor 1940 haben größeren Sammlerwert. Die Produktion ging jedoch nach dem Weltkrieg weiter. Sämtliche Originalformen sind noch erhalten. Da sie nicht abnutzen, können sie natürlich ewig weiterverwendet werden. Heute stellt die Firma Desna in Tschechien, die im Besitz der Formen ist, große Mengen „Schlevogt-Glas“ her, das in Europa und USA weit verbreitet ist. Dieses ist zwar durch Etiketten mit Desna gekennzeichnet, die sich aber leicht entfernen lassen. Nur dem geübten Blick ist es dann möglich, zwischen alt und neu zu unterscheiden. So lassen die neuen Stücke die früher übliche, aufwändige Nachbearbeitung der aus der Form genommenen Stücke vermissen. Sie werden nicht mehr partiell nachgeschliffen, ihre Oberfläche wirkt leblos matt oder aufdringlich glänzend. Wer an den dekorativen Stücken Freude hat, soll sich vom Kauf nicht abhalten lassen. Bloß wenn man dafür den Preis eines Originals bezahlt, wird es ärgerlich. In der Sammlung Kunstmaxx haben wir für Sie gewissenhaft nach alten und neuen Exemplaren geschieden. Sie können darauf vertrauen, dass ein in die 30er Jahre datiertes Stück bei uns keine Neuware darstellt.

Einige Artikel herzu aus dem kunstmaxx.de Shop.

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