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Keramik aus Südfrankreich
[ Mosaikvasen von Jean Gerbino aus Vallauris ]
Autor: Dr. Gradel - kunstmaxx.de Kunsthistoriker Klicken Sie bitte auf die jeweiligen Abbildungen für eine Vergrößerung!
Der Keramiker Jean Gerbino (1876-1966) kam 1902 in die Manufaktur des berühmten Massier in Vallauris in Südfrankreich. Schon 1905 machte er sich das erste Mal selbstständig und gründete eine eigene Manufaktur in Algerien, arbeitete anschließend bei Pichon in Uzès (Provence), bevor er 1919, nun endgültig, nach Vallauris zurückkehrte. Erneut bei Massier entwickelte er hier über lange Jahre einen eigenen Mosaikstil, mit dem er sich 1930, ebenfalls in Vallauris, selbstständig machte. Es entstanden fortan die sehr auffälligen, bunten Mosaikwaren, für die Gerbino weithin berühmt wurde. Seit 1945 führte er die Manufaktur gemeinsam mit seinem Schwiegersohn Edouard Alziary, der sie nach dem Tod des Gründers 1966 allein fortführte. Später trat Yvan Koenig ein, der 1980 das Unternehmen übernahm. Die Manufaktur stellte 2003 ihren Betrieb ein.
Das besondere und sehr aufwändige Herstellungsverfahren ist bis heute ein Geheimnis geblieben. Die exotischen afrikanisch-mauresk anmutenden Produkte, vor allem Vasen in verschiedenen Ausformungen, sind in bewundernswerter Weise aus einzelnen, bunten Keramikelementen aufgebaut. Ihre Entstehung in den 1930er Jahren verdankt sich einmal dem Aufenthalt Jean Gerbinos in Algerien und dem kolonialen Gedanken der Zeit. Schon 1930 erhielt er dafür die erste Auszeichnung, der weitere folgten. Bei Sammlern besonders geschätzt sind die frühen Exemplare aus den 30er und 40er Jahren. Eine Datierung ist oft nicht einfach und muss sich in erster Linie auf Ausführung und Altersmerkmale stützen. Die unter dem Fußrand angebrachte Pressmarke, die aus dem Wort „Vallauris“ und „Gerbino“ (letzteres in Kurrentschrift) besteht, wurde jedoch wesentlich länger verwendet und ist zur Datierung nur bedingt tauglich. Die Valentini-Sammlung enthält rund zehn Exemplare, die nach unserer Einschätzung zwischen 1940 und 1960 entstanden sind. Sie wurden über viele Jahre auf französischen Antikmärkten erstanden, wo immer wieder einzelne Exemplare zu entdecken sind.
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